Diana Bartl - WERTvoll macht Schule

Aktualisiert: März 9

Die Global Money Week in Deutschland stellt sich vor, heute mit Diana Bartl von WERTvoll macht Schule.

Diana Bartl von WERTvoll macht Schule



Ich bin Diana Bartl, die Gründerin der gemeinnützigen Organisation WERTvoll macht Schule. Als meine Tochter in die Schule kam, war ich alleinerziehend. Wir hatten Erfahrung damit, jeden Cent umdrehen zu müssen. Doch nun kam ein weiterer Faktor ins Spiel – der Vergleich mit anderen. Eine stabile Gemeinschaft in der Klasse, ein offener und gleichwertiger Umgang von Kindern aus Familien mit unterschiedlichen Einkommensverhältnissen, all das kann sich entscheidend darauf auswirken, wie es einem Kind in der Schule geht. Ich wollte meine Tochter stützen und sie stabil durch diese Zeit tragen, in der wir spürten:

“Kein Geld haben” - das betrifft so viel mehr als den Kontostand!


Diese Erfahrungen legten den Grundstein für WERTvoll macht Schule. Denn ich bin der Meinung: Bildung soll (auch) Chancengleichheit schaffen! Schule ist so viel mehr als schreiben, lesen und rechnen. Hier lernen die Kinder fürs Leben. Deshalb wollen wir mit unserem gemeinnützigen Bildungs-Start Up Lehrer*innen unterstützen –

zu wichtigen Themen des Lebens - eben auch bei der Finanzbildung!


Unser Weg - unser kostenloses Unterrichtsprogramm

Seit 2019 bieten wir Lehrer*innen für die 1.-6. Klasse bundesweit ein Unterrichtsprogramm zur Werte- und Finanzbildung an. Es ist kostenlos und jederzeit griffbereit: Über unsere App WERTvoll oder www.unterrichtsmaterial.digital können die angemeldeten Schulen unser Unterrichtsprogramm jederzeit ressourcenschonend abrufen und sofort im Unterricht einsetzen.


Mit unserem Angebot greifen wir Themen auf, die Kinder und Familien bewegen und mit denen sie jetzt und in Zukunft täglich umgehen müssen. Das ist aktuell die besonders wichtige Medienkompetenz, das kann der Umgang mit Konflikten sein oder mit unserer Umwelt und die Frage, wie wir mit Geld umgehen und was wir damit verbinden!


Denn Finanzbildung endet nicht bei den Fragen, wie man Taschengeld sinnvoll einteilen kann oder warum es wichtig ist, Sparen zu lernen. Der Umgang mit Geld ist in vielen Elternhäusern ein Tabu: Über Geld spricht man nicht, Geld haben nur die anderen, Geld sorgt für Rangordnungen. Häufig ist das Thema auch für die Kinder emotional stark aufgeladen. Sie spüren, dass die Familie sparen muss, empfinden vielleicht Neid oder Scham und trauen sich nicht, darüber zu sprechen. In einer Gesellschaft, in der Wert hauptsächlich in Geld bemessen wird, ist es wichtig, die Verknüpfung dieses greifbaren Wertes mit Gefühlen und Zuschreibungen zu reflektieren. Denn mit Geld umgehen zu können und darüber zu sprechen gehört zu den Alltagskompetenzen.


Durch die Corona-Krise hat sich die finanzielle Situation vieler Familien verschlechtert. Zugleich wurde Kindern (und Erwachsenen) bewusst, wie wertvoll ihnen scheinbar selbstverständliche Dinge sind – einfach so Freund*innen treffen, ins Freibad gehen, mit anderen gemeinsam lernen. Die eigenen Bedürfnisse so plötzlich und radikal hintanstellen müssen, das haben die meisten von uns in dieser Form noch nie erlebt. “Take care of yourself” bedeutet auf einmal ganz konkret, die eigene Gesundheit und dadurch die anderer

zu schützen. Und zu “Take care of your Money” gehört jetzt mehr denn je, finanzielle Einschränkungen auch gemeinsam als Familie zu bewältigen.


Wir wollen zwei Dinge erreichen:

Das Sprechen über Geld soll zur Normalität werden. Damit Kinder lernen, damit umzugehen. Take care of your money! Gleichzeitig ist es wichtig, zu verstehen: Geld ist nicht alles im Leben. Take care of yourself! Bemiss deinen Wert nicht am Kontostand. Kinder brauchen Finanzwissen, um zu verstehen, wie sie mit Geld in ihrem Leben umgehen können. Nicht nur in Sachen Sparvertrag.


Zur Global Money Week bieten wir auf unserem Instagram-Kanal Einblicke in die Aspekte, die oft außer Acht gelassen werden, wenn man an Finanzbildung denkt. Genau deshalb aber müssen wir sie benennen: die Kinderarmut etwa, die auch im reichen Deutschland existiert. Das Thema Neid – denn Kinder vergleichen sich bereits in der Grundschule mit ihren Mitschüler*innen. Die Frage, wie wir unseren eigenen Wert an unseren Kontostand koppeln. Und natürlich die Reflexion, ob man alles, was man kaufen kann, auch kaufen muss? Unsere Kampagne zur GMW trägt deshalb die Überschrift “Finanzbildung ist mehr als Geld zählen".



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